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So digitalisiert man Unternehmen

"Erfolgreiche Unternehmer brauchen keinen Abschluss mit summa cum laude, sondern implizites Wissen."
Rainer Zitelmann
In allen industriellen Revolutionen haben immer die besten Geschäftsmodelle die Leader Funktion im Markt übernommen. Dies wird in der vierten industriellen Revolution nicht anders ausgehen. Bei der Digitalisierung von Unternehmen muss immer die Entwicklung technologischer Lösungen im Vordergrund stehen, die perfekt ins Geschäftsmodell passen.

Die digitale Transformation läuft nicht chronologisch ab und ist irgendwann fertig. Entscheidender ist das geschickte Umschalten zwischen den verschiedenen Abstraktionsebenen, um Handlungen auf allen Ebenen kongruent zu halten. Ihre raffinierte Digitalisierungsstrategie muss von den Ergebnissen in den Digitalisierungsprojekten getragen werden.

Überblick

Meine 4 Ebenen beim Digitalisieren von Unternehmen

Strategie

Digitalisierungsstrategie: was und warum digitalisieren

"Wir haben uns verlaufen, aber wir kommen gut voran!"
aus Besser als der Zufall

Selten sind die Programmierer schlecht, sie programmieren lediglich das Falsche. Nichts zu digitalisieren ist heute keine Alternative. Gehen Sie taktisch vor und setzen Sie sich zuerst mit den nachfolgenden, strategischen Themen auseinander. Sie bringen Klarheit über den Fokus und die Prioritäten.   

Machen Sie ihre Geschäftsstrategie reif für die Digitalisierung

Sie haben eine Vision und in der Strategie haben sie definiert, wie Sie diese erreichen wollen. Überdenken Sie diese von Zeit zu Zeit. Vor grossen Investitionen in die Digitalisierung sowieso. Denn diesmal müssen Sie neue Wege gehen. Die neuen Technologien ermöglichen globalisierte Märkte und erschliessen neue Nachfrage. Neuartige Geschäftsmodelle werden heute schnell und leicht aufgebaut um bestehende Märkte in Rekordzeit zu "disrupten".

Finden Sie heraus, welche Aufgabe ihr Angebot zu erledigen hat

Ein nachhaltiges Angebot ihrer Firma löst Probleme ihrer Kunden. Fokussieren Sie sich nicht auf das Angebot, sondern auf die Aufgabe, die ihr Angebot zu erledigen hat. Analysieren Sie die Wünsche und Anforderungen ihrer Zielgruppe. Wenn Sie das machen, erweitert sich der Blickwinkel enorm. Schätzen Sie ihre Firma und den Markt realistisch ein. Dann werden die richtigen Herausforderungen ans Tageslicht kommen.

Fangen Sie an, Geschichten zu erzählen

Es ist an der Zeit dem Publikum die Orientierung zu geben. Gut erzählte Unternehmensgeschichten haben diese Wirkung und sind daher wichtiger denn je. Denn Aufmerksamkeit nimmt in der heutigen Generation rapide ab. Starten Sie mit der Geschichte des Kunden. Diese besteht nicht nur aus Abläufen, sondern auch aus Eigenschaften die sein Verhalten und seine Werte definieren. Diese Kundenerfahrung ist der Startpunkt für alle Vorhaben des Unternehmens. Leiten Sie die Storys der Mitarbeiter davon ab.

Konzeption

Schaffen Sie sich einen Überblick

"Agil, crossfunktional, mit flacher Hierarchie - so organisieren sich Unternehmen in der digitalen Zeit!"
Eins oder Null

Sie haben eine Strategie und wissen, wohin sie wollen. Ihnen ist auch klar wie die digitale Story ihrer Unternehmung aussieht. Sie müssen jetzt nur wissen, was zu tun ist. Ich starte stets mit dem Geschäftsprozess und der passenden Organisation. Daraus lassen sich in weiteren Schritten die Systemübersicht und die User Storys erstellen.

Richten Sie eine zentrale "Single Source of Truth" ein

Um zentrale Richtlinien kommen Sie nicht umhin, ansonsten herrscht das Chaos. Strategie, Kundenprozesse und alles, was überall gleich ist, sollen nicht jedes Mal neu definiert werden. Und wenn ja, dann müssen es alle wissen. Erstellen Sie im Intranet oder auf dem File Server einen Ort, wo alle Informationen zur Digitalisierung zusammenfliessen.

Visualisieren Sie die Prozesse

Die Geschichten der Unternehmung sind gefüllt mit Aktivitäten zwischen Menschen und Maschinen. Diese Aktivitäten fügen Sie zu einem Prozess in ein Aktivitäts-Diagramm ein. Ja, Sie sollten Diagramme erstellen. Halten Sie diese möglichst übersichtlich. Schlussendlich wollen sie alle verstehen können. Meistens werden in einem Diagramm die Ungereimtheiten in den Geschichten ersichtlich.

Beschreiben Sie die Stories der User

Aus den Aktivitäten im Geschäftsprozess können Sie nun die User Storys erstellen. Das sind kleine Geschichten aus wenigen Sätzen, die eine Interaktion eines Users mit einem System beschreiben. Eigentlich werden User Storys in den Projektteams erstellt. Ich starte schon auf der konzeptionellen Ebene damit. Sie helfen mir beim Zusammenstellen der verschiedenen Projektteams.

Brechen Sie ihre Silos und organisieren Sie sich zum Kunden hin

Aus den Geschichten und dem Kundenprozess lassen sich die fachlichen Anforderungen an die Mitarbeiter herleiten. Das sind wichtige Erkenntnisse für die passende Organisationsstruktur. Das Ziel ist, die fachliche Kompetenz der Mitarbeiter durch die Spezialität des Systems zu steigern. Denn jedes System hat eine fachliche Spezialität, womit es auf dem Markt besonders heraussticht.

Umsetzung

Fügen Sie die Teile zusammen

"Unser Geschäftsmodell ist das gleiche wie bei den Beatles. Jungs mit Schwächen, die sie gegenseitig ausgeglichen haben."
Steve Jobs

Sie haben sich einen Überblick verschafft. Das ist eine gute Voraussetzung, um den Plan erfolgreich in die Tat umzusetzen. Setzen Sie das passende Team zusammen, besprechen Sie die Lösungsvorschläge in einer übergeordneten Schicht und bleiben Sie über Trends informiert.

Setzen sie selbstorganisierte Projektteams auf

Trennen Sie zwischen dem täglichen Geschäft und der Umsetzung von Innovationen. Geben Sie den Menschen, denen am meisten an der Sache liegt, die Möglichkeit sich selbst darum zu kümmern. Jedes Projekt braucht einen Vertreter aus der IT. Teams mit flachen Hierarchien und vielseitigen Qualifikationen bringen am schnellsten gute Ergebnisse.

Behandeln Sie die Ergebnisse im Plenum

Über Ergebnisse der Teams müssen Sie in einer übergeordneten organisatorischen Schicht informiert sein. Eine solche übergeordnete Organisation kümmert sich z. B. um das Einhalten oder Anpassen der Richtlinien, die überall gleich sind. Oder auch um den Teams die Mittel zu Verfügung zu stellen, die sie für die Arbeit brauchen.

Bleiben Sie über Trends informiert

Die digitale Transformation erreichen Sie nicht durch den Einsatz dieser oder jener Technologie. Trotzdem müssen Sie die technologischen Entwicklungen im Auge behalten. Denn schlussendlich wollen Sie sich dadurch Vorteile verschaffen. Führen Sie einen Prozess ein, mit dem Sie sich und ihre Mitarbeiter informiert halten.

Spezifikation

Gehen Sie gezielt ins Detail

"Eine Eigenentwicklung ermöglicht dem Specht neue Futterquellen zu finden, bessere Nester zu bauen und ihr Revier zu markieren."
Why Don't Woodpeckers Get Headaches?

Wollen Sie eine Innovation auf dem Markt bringen, die nachhaltig wirken soll, kommen sie um eine Spezialanfertigung nicht umhin. Doch allein mit konzeptionellen Werkzeugen kommen sie bei einer Individualentwicklung in Teufels Küche. Schreiben Sie in diesem Fall eine saubere Spezifikation.

Das Fundament: sezieren Sie die User Storys

Die Anwendungsfälle sind die detaillierten und strukturierten User Storys. Sie beschreiben in schnörkelloser Sprache die einzelnen Schritte eines Benutzers mit einem System und was danach dabei herauskommt. Die Details der Interaktion werden konkret und können mit den Geschäftsregeln, den Datenstrukturen und der Benutzeroberfläche verknüpft werden. Das macht sie zum zentralen Element aller Anforderungsspezifikationen.

Identifizieren Sie die Geschäftsregeln

Beim Erstellen der Anwendungsfälle werden Sie das Bedürfnis bekommen zusätzliche Information in die Abläufe zu schreiben. Information, die nicht dahin gehört. Beispielsweise ist die erfolgreiche Übermittlung eines Rüstauftrags an das Lager das Endresultat des Anwendungsfalls "Kunde gibt Bestellung ein". Welches Lager den Rüstauftrag bekommt beschreiben sie in den Geschäftsregeln.

Legen Sie fest, welche Daten wo hingehören

Welche Daten werden, wo erstellt, wo verändert und wohin übermittelt. Bleiben Sie bei der Zusammenstellung der Daten fachlich. Helfen Sie sich mit der Analyse der Dokumente, die für den Ablauf benötigt werden. Wie die Felder technisch genannt werden oder wie viele Tabellen es braucht damit das System performant arbeitet, ist dann definitiv Sache der Software Architekten.

Gestalten Sie die User Experience

Nun geht es an die Benutzeroberfläche. Dabei sprechen wir Business Engineers von Design-freie Wireframes oder Mockups. Anhand dessen die oben beschriebenen Anwendungsfälle bildlich durchgespielt werden können. Das Ziel ist nicht schöne Layouts zu erstellen, sondern brauchbare. Sie brauchen nicht jeden Bildschirm zu layouten, nur soviel, dass die Testpersonen den Hauptablauf verstanden haben.